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| Wie ein Sturm fegte die Globalisierung in der letzten Dekade des vergangenen und der ersten Dekade des laufenden Jahrhunderts über die Welt. Schutzzäune und Eiserne Vorhänge sind niedergerissen worden. Nationale Grenzen wurden weggespült. Internationale Arbeitsteilung und Spezialisierung erlangten eine neue, eine weltweite Dimension. Die Glieder der Wertschöpfungskette wurden in immer kleinere Teile zerlegt und über die ganze Welt verteilt. Hauptsache billiger lautete die Devise. Alles schien möglich. Die Erde wurde zur flachen Scheibe erklärt. Große Entfernungen und die Kosten, weite Distanzen zu überwinden, spielten in dieser neuen ökonomischen Geografie offenbar keine Rolle mehr. Bei nach oben schnellenden Ölpreisen, bei dramatisch steigenden Energiekosten, bei lange anhaltenden Staus auf Autobahnen, Engpässen in Seehäfen und auf Wasserstraßen sowie überfüllten Flugräumen und -häfen und vor allem auch angesichts des geopolitischen Konflikts um Ressourcen, politische Macht und militärische Stärke beginnt ein Nachdenken. Geht der Globalisierung der Sprit aus? Hat die internationale Arbeitsteilung ihren Höhepunkt überschritten? Kehren Nationalismus und trennende Grenzzäune zurück? Die Antwort lautet klar: nein. Die Globalisierung macht nur eine Pause. Dann aber wird sie mit neuer Kraft voranschreiten. Denn der Strukturwandel zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft wird weitergehen. Die weltwirtschaftlichen Verflechtungen werden zunehmen. Die Integration von Wirtschaftsräumen über Handel und vor allem über die Mobilität der Arbeitskräfte und ganz besonders durch grenzüberschreitende Kapitalbeteiligungen |
wird mehr Staaten, mehr Unternehmen und mehr Menschen erreichen. Der Kampf um Hapag-Lloyd und die Fragen, ob und wenn ja in welchem Maße ausländische Staatsfonds Anteile deutscher Firmen kaufen dürfen, liefert genügend Anschauungsmaterial dafür, dass die Eigentümerstruktur deutscher Unternehmen bunter und internationaler werden wird. Die Zunahme des Welthandels und die damit verbundene Intensivierung der internationalen Arbeitsteilung verschärfen den Standortwettbewerb zwischen Ländern und Regionen. Sinkende Transport- und Kommunikationskosten sowie der Rückgang von Grenzhemmnissen und die Mobilität der Produktionsfaktoren werden die regionale Verteilung von boomenden und schrumpfenden Regionen prägen und für die einzelnen Regionen in Norddeutschland unterschiedliche ökonomische Effekte mit sich bringen. Sie sollen im Folgenden beschrieben werden. Fortschreitende Integration in die Weltwirtschaft Hamburg und Schleswig-Holstein sind über den Handel mit Gütern- und Dienstleistungen und den Beziehungen auf Arbeits- und Kapitalmärkten in die Entwicklung der Weltwirtschaft eingebunden. Diese Verflechtungen werden sich zukünftig intensivieren, weil aufgrund des weltweit anhaltenden Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums der Welthandel weiter kräftig expandieren wird. Dank des Abbaus von Grenzhemmnissen wird die wirtschaftliche Integration zwischen den EU-Ländern enger werden. Dies betrifft Unternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg in besonders positivem Maße. Die räumliche Nähe |
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