Hamburgs Silhouette wird geprägt durch
Hamburgs Kirchtürme. Sie markieren
die christliche Tradition der Hansestadt
und symbolisieren mit ihren Kirchen gleichsam
das Gedächtnis der Stadt. In ihnen spiegelt sich
die jahrhunderte lange Geschichte Hamburgs,
Aufstieg und Wohlstand, geistlicher, musikalischer
und künstlerischer Reichtum, aber auch Krieg und
Zerstörung. In ihren Mauern fanden Menschen
Schutz vor Krieg und Hilfe in Krisen, sie sind bis
heute Anziehungspunkte für Einheimische und für
Reisende aus aller Welt.

„Suchet der Stadt Bestes“ – unter diesem Motto
aus dem Buch des Propheten Jeremia versuchen
die Christen seit dem 9. Jahrhundert ihren Beitrag
zum Frieden und zur Humanität in der Stadt zu
leisten. 831 wurde das Bistum gegründet, sein
erster Bischof Ansgar ging als der Apostel des
Nordens in die Geschichte ein. Zu den ältesten
architektonischen Zeugnissen Hamburgs gehören
die Hamburger Hauptkirchen St. Petri, St. Jacobi
und St. Katharinen, die im 13. Jahrhundert neben
dem damaligen Dom von Bürgern erbaut wurden,
um der wachsenden Bevölkerung eine kirchliche
Heimat zu geben. Nach der Reformation bildeten
die Kirchenvorstände der dann fünf Hamburger
Hauptkirchen, erweitert um St. Nikolai und
St. Michaelis, den Rat der Oberalten. Dieser blieb
bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts das wichtigste
Bürgergremium der Stadt mit einer Vielzahl von
politischen und sozialen Aufgaben. Die Oberalten
garantierten die Machtbalance zwischen Bürgerschaft
und Rat und waren ein wertvoller Mittler
zwischen Volk und Regierung. Die republikanische
und demokratische Entwicklung der Stadt
ist daher seit jeher eng mit der Kirche verwoben
  gewesen. Auch seit der Trennung von Staat und
Kirche im 20. Jahrhundert wirken beide in der
Stadt konstruktiv zusammen.

Derzeit leben in Hamburg ca. 720.000 Christen,
damit sind 40% der Hamburger Bevölkerung
Mitglied einer der christlichen Kirchen in Hamburg
(30 % evangelisch, 10 % katholisch). Hamburg
ist Sitz der Bischöfin für den Sprengel Hamburg
in der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen
Kirche und Sitz des Erzbistums der Katholischen
Kirche. Neben den beiden großen christlichen
Kirchen haben sich zahlreiche kleine Kirchen in der
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen zusammengeschlossen,
unter anderen die baptistische,
die methodistische und die reformierte Kirche,
die Mennoniten, zahlreiche orthodoxe Kirchen
und die schwedische Seemannskirche. Diese
Vielfalt christlichen Lebens in Hamburg ist in den
vergangenen Jahren auch durch die Zunahme
von Auslands- und Migrationsgemeinden stark
angewachsen.

Die wieder erwachte „Sehnsucht nach Religion“,
die Soziologen in unserer weitgehend säkularen
Stadtgesellschaft erkennen, schlägt sich auch in
den Kirchen nieder. In der Bevölkerung ist erwacht
ein neues Interesse für kirchliche Rituale und
christliche Traditionen. Menschen fragen wieder
nach orientierenden und verlässlichen Werten.
Die gegenwärtige Renaissance der Religion ist für
die Kirche eine Chance, allen negativen demografischen
und finanziellen Entwicklungen zum
Trotz ihre Relevanz auch für den Menschen des
21. Jahrhunderts aufzuzeigen.

A R B E I T E N  U N D  L E B E N  I N  H A M B U R G
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